Jahresbericht Amphitheater 2010/2011

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Feldarbeiten

Amphitheater Vindonissa 2010/2011

Das vergangene Jahr war ausgefüllt mit diversen Fertigstellungsarbeiten bei der Restaurierung des Mauerwerks, der Sanierung der gesamten Parkanlage und den einzelnen Gestaltungsmassnahmen. Im Herbst 2010 konnten die Natursteinarbeiten vor Einbruch der ersten Kälteperioden vollständig abgeschlossen werden. Dazu gehörte auch die Nachbesserung aus der Versuchsetappe aus dem Jahr 2006. Es hatte sich gezeigt, dass die ersten Mörtelmischungen einen zu hohen Kalkanteil aufwiesen und demzufolge starke Aussinterungen auftraten. Auch die Festigkeit und Haftung des Mörtels war teilweise ungenügend, so dass sich Steinschichten gelöst hatten. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre liessen sich diese Schwachstellen
jedoch fachgerecht korrigieren. Eine besondere Herausforderung stellte der Einbau der Eingangsrampen dar. Die grossformatigen Betonplatten wurden mit einem Autokran über die Pappeln hinweg ins Amphitheater gehoben und zentimetergenau auf das vorbereitete Splittbett versetzt (Abb. 1). Beim ersten Schnee wurden diese Rampen von den Kindern sehr schnell als ideale «Schlittelpisten» entdeckt.

Als besonderes Erlebnis bleibt die Aufrichtefeier auf dem Schloss Habsburg in Erinnerung. Alle Gäste waren an diesem Dezembertag um 18.00 Uhr in den Rittersaal eingeladen. Ausgerechnet an diesem Nachmittag zog jedoch ein Schneesturm von besonderer Stärke auf. Innert kürzester Zeit waren alle Strassen blockiert und ein Fortkommen fast unmöglich. Dank meinen detaillierten Ortskenntnissen und der Missachtung einiger Verkehrsschilder
gelang es mir trotzdem, über Wald- und Feldwege auf die Habsburg zu gelangen. So sassen dann um 18.00 Uhr die Schlossherrin und ich alleine im Rittersaal und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Der Schlosskoch war mit seinem Auto bereits den Hang hinunter in die Schafweide gerutscht und das Postauto stand quer im Habsburgerwald. Dank grosser Improvisation wurde aus dem Essen eine gestaffelte Tafelrunde und gegen
20.00 Uhr trafen dann auch die letzten Gäste ein. Bei Harfenspiel und einem wissenschaftlichen Vortrag über die Erkenntnisse aus den aktuellen Grabungen im Amphitheater wurde der Abend für alle zu einem besonderen Erlebnis. Ich danke an dieser Stelle der Bauherrschaft
für die Einladung und dem Schlossteam für ihren tollen, improvisierten Einsatz.

Im Frühjahr 2011 wurden die Gärtnerarbeiten im Amphitheater abgeschlossen. Rechtzeitig auf die Eröffnung Ende Mai konnten auch die baulichen Massnahmen für die Anbindung des Amphitheaters an den «Legionärspfad» abgeschlossen werden. Seit diesem Zeitpunkt steht im Amphitheater ein lebensgrosses Kamel, welches an den Knochenfund an dieser Stelle erinnert. Die Wiedereröffnung war ein farbenprächtiges Spektakel mit Gladiatorenkämpfen und einer kleinen Kamelkarawane. Die Bevölkerung bekundete mit ihrer grossen Präsenz das Interesse an der Geschichte von Vindonissa und hatte dabei Gelegenheit, den Reden von Alt-Bundesrat Samuel Schmid und Regierungsrat Alex Hürzeler zu lauschen.

Mit Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, dem Swisslos-Fonds des Kantons Aargau, der Gemeinde Windisch, der Stadt Brugg und der GPV konnte im Frühjahr 2011 von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK der neue Kunstführer «Das
Amphitheater Vindonissa Brugg-Windisch» veröffentlicht werden – ein Gemeinschaftswerk all jener, die an der Restaurierung beteiligt waren.

Der Verein IG Aargauisches Freilicht-Spektakel hatte Sommer 2010 Gastrecht in der Arena für ihre Aufführung «… zrugg vom Himmel» als Fortsetzung vom Stück «De Schacher Sepp», welches in der Hofstatt von Brugg aufgeführt worden war. Einen zweiten Höhepunkt bildeten die Kinderkonzerte. Gestützt auf den grossen Erfolg dürfen wir dieses Konzert auch im kommenden Jahr in Vindonissa erwarten. Verschiedene militärische Einheiten nutzten das Amphitheater für ihre Standartenübergaben. Die Volksschule Aargau feierte 2010 ihr 175-Jahr-Jubiläum. Mit einem Sternmarsch versammelten sich im Amphitheater tausende von Kindern mit ihren Lehrern zu einem Spiel- und Konzertnachmittag.

Das Betreuer-Ehepaar Thomas und Sandra Sigrist hat sich wiederum in grossem Masse für den Unterhalt der Anlage einsetzt. Besten Dank allen Beteiligten, die sich für die Ruinenanlage stark machen.

Der Verwalter des Amphitheaters Vindonissa
Walter Tschudin

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