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Besucherzahlen
Vindonissa-Museum: Jahresbericht 2010
Die Stadträtin Andrea Metzler übergab am 26. November das erneuerte Lapidarium der Öffentlichkeit. Mit der Eröffnung dieses dritten Ausstellungsteiles ist die Sanierung und Neugestaltung des Vindonissa-Museums nun auch im Aussenbereich abgeschlossen.
Ausstellungen
Die Projektleitung für die neue Dauerausstellung im «Steingarten» wurde von Georg Matter, die Gestaltung – wie schon in den Sälen – von Ursula Gillmann übernommen. Aus konservatorischen und inhaltlichen Gründen werden nicht mehr alle Steine gezeigt. Neu sind die ausgestellten und thematisch ausgesuchten Ausstellungsobjekte nicht mehr in die Wand eingemauert. Dies schützt sie vor aggressiven Salzen; gleichzeitig entspricht
das neue Trägersystem den ausstellungstechnischen Anforderungen unserer Zeit. Interaktive Stationen unterstützen die inhaltliche Vermittlung. Die Besucher/-innen können sich dem Baustoff Stein nähern, indem sie versuchen, einen Bogen zu bauen, oder mit einem «römischen» Kran einen Stein zu heben. Wer will, kann sich auch mit der nachgebildeten Sonnenuhr beschäftigen. Was im Museum als Leitsystem beginnt, nämlich Lesen und Schreiben, findet jetzt im neu eingerichteten Lapidarium einen monumentalen Abschluss in Stein. Dass die von den Römern eingeführten Grabsteine ein noch immer
aktuelles Kulturerbe sind, ist am Grabstein des Gründers der GPV, Theodor Eckinger, abzulesen.
Die Ausstellung «Das Vindonissa-Museum, ein Gesamtkunstwerk zwischen Jugendstil und Antike» wurde bis in den August verlängert und ist auf viel Interesse gestossen. Das bisher schönste Frauenportrait aus Vindonissa, ein Neufund aus den Ausgrabungen der «Vision Mitte», wurde am 3. September in der Aktuell-Vitrine der Kantonsarchäologie von Regine Fellmann der Öffentlichkeit präsentiert. Am 17. September eröffnete die Sonderausstellung «Söhne des Mars», welche die Geschichte von Bekleidung und Bewaffnung der römischen Armee in Zeichnungen von Graham Sumner über 1400 Jahre zeigte. Für Idee und Realisierung dieser Ausstellung zeichneten Eckhard Deschler-Erb und Margarethe Greiner, welche im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit von der Praktikantin Jennifer Stöcklin unterstützt wurden. Die Zusammenarbeit mit dem
Schweizerischen Roten Kreuz erinnerte daran, dass Krieg in allen Zeiten auch Opfer erzeugt, aber auch, dass im
1. Jahrhundert in Vindonissa ein Militärspital stand.
Das Begleitprogramm stellte im ersten Teil die Verhältnisse in der Antike dar. Im zweiten Teil sollten Unterschiede
zwischen römischer Zeit und dem Heute vertieft werden. Die Ausstellung und die Vorträge eröffneten
den Besucher/-innen die Möglichkeit, die Gründung des
Schweizerischen Roten Kreuzes als «epochemachendes» Ereignis zu begreifen. Es fanden folgende Vorträge statt:
«Waffen und Rüstung im Wandel der Zeit» (23. September),
«Der Kaiser, der Erste unter den Söhnen des Mars» (14. Oktober),
«VaeVictis. Das Schicksal der Kriegsgefangenenin Rom» (4. November) und
«Wandelbar: Roms Armee im Laufe der Zeiten» (9. Dezember).
Veranstaltungen
Wie Sonderausstellungen gehören auch Veranstaltungen
zum Museumsbetrieb. Unsere wichtigste Veranstaltung,
der 9. Römertag, wurde bei schlechtestem Wetter am 2. Mai durchgeführt. Wie bisher unterstützten Swisslos,
der Kanton Aargau, die Stadt Brugg, BruggAttraktiv
mit verschiedenen Vereinen sowie private Sponsoren
diesen Anlass. Wenn nun dennoch erstaunliche 2500 Personen
in guter Stimmung dem Dauerregen trotzten, ist dies auf den guten Römertag vom Vorjahr zurückzuführen. Erfreulicherweise war das Vindonissa-Museum anlässlich des Internationalen Museumstags am 16. Mai gut
besucht. Am 16. Oktober – nun bei kaltem Wetter, in Brugg aber ohne Dauerregen – zog das Weinpressen der
Vindonissa-Winzer 500 Besucher/-innen in ihren Bann. Ebenso viele kamen am 23. Oktober an den 2. Lateintag ins Museum und genossen Spezialitäten der lateinischen
Sprache. In eine ganz andere Richtung ging die nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit dem Stapferschulhaus.
Ruth Brand bildete im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums
Stapferschulhaus kleine Expertinnen und Experten aus,
die am Jubiläumsanlass durch Stapferschule und Vindonissa-
Museum führten. Beide Häuser wurden von Albert
Froelich erbaut. Ihr Projekt wurde vom Kanton Aargau mit dem Funkenflug-Preis 2010 ausgezeichnet.
22 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums und
7 aus dem Stadtführerteam leisteten einen grossen
Einsatz. Neu hinzu kamen Dank einer Kooperation mit
dem Jurapark Rebbergführer, die 2011 ihren Dienst in
den vier Vindonissa-Rebbergen aufnehmen werden.
Ruth Brand sorgt für qualitative Entwicklung und Ersatz
im Führungsteam. Im Museum ersetzten Urs Rudolf
Gloor Nina Trottmann, und Vedran Oreskovitch Therese
Tschudin als Aufsichten. Betrieblich fehlen geeignete Räumlichkeiten für Museumspädagogik.
Das Ziel von 250 Veranstaltungen wurde
trotzdem erreicht. Innerhalb derselben sind leichte Verschiebungen
zu beobachten (Abb. 1). Mit fünf Eintritten mehr als letztes Jahr konnte das Niveau des Vorjahres mit
der Neueröffnung gehalten werden.
René Hänggi

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