Cives Rauraci et Vicani Vindonissenses

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Feldarbeiten

Römische Experimentalgruppe unter dem Stichwort "vorwärts in die Vergangenheit"

Wer ist diese Gruppe?
Was sind die Ziele dieser Gruppe?
Wie stellt sich die Gruppe dar?
Wo ist die Gruppe anzutreffen?
Was die Gruppe nicht ist
Zusammenarbeit mit befreundeten Gruppen
Wie finanziert sich die Gruppe?
Wie ist die Gruppe zu finden?

Wer ist diese Gruppe?

Die "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" (Bürger der Römerstadt Augusta Raurica und Bewohner des Lagerdorfes beim Kastell Vindonissa) sind eine lose Verbindung von interessierten Personen verschiedenster Herkunft und Berufe mit Wissbegierde und Freude an der Geschichte und dem Leben zur Römerzeit (Abb. 1). Gegründet wurde die Gruppe 1992 in Augusta Raurica bei Basel durch eine Handvoll Leute. Zurzeit besteht diese aus rund 20 Personen, mehrheitlich aus der Region Basel bzw. Windisch, die für dieses "Hobby" einen grossen Teil ihrer Freizeit einsetzen.

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Was sind die Ziele dieser Gruppe?

Die "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" wollen "Römische Geschichte zum Anfassen" vermitteln. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensumstände, Tätigkeiten und den Alltag römischen Zivillebens so authentisch wie möglich wieder zu beleben und so echt wie praktisch machbar einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Für die Darstellung römischen Lebens in all seinen Formen ist wegen der bereits in der Antike vorhanden gewesenen Unterschiede in der Lebensweise eine zeitliche Eingrenzung notwendig. Die als Basis der "CIVES RAVRACI" dienende antike Koloniestadt Augusta Raurica wie auch das Legionslager Vindonissa für die "VICANI VINDONISSENSES" erlebten eine Blütezeit im ausgehenden ersten Jahrhundert unserer Zeitzählung. So wird denn auch weitgehend diese Zeit der Darstellung römischen Zivillebens zu Grunde gelegt. Die Mitglieder bemühen sich, durch einen steten Ausbau und eine fortschreitende Verbesserung ihrer historischen Ausrüstung ein immer echteres Bild vom gedachten römischen Leben zu erreichen. Dabei stützen sich die Mitglieder auf archäologische und historische Erkenntnisse, aber auch auf eigene, praktische Erfahrungen.

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Wie stellt sich die Gruppe dar?

Eine glaubwürdige Darstellung römischen Zivillebens in all seinen Formen und in seinem typischen Umfeld ist auf feste, ortsgebundene, wieder aufgebaute Römerhäuser angewiesen. Da solche nur in den wenigsten Fällen vorhanden und auch belebbar sind, beschränkt sich die Gruppe auf das Aufstellen von beweglichen Unterständen und Hauszelten. Durch die lebendige und farblich den wirklichen Bauten nachempfundene Ausgestaltung wird ein gewisser Grad an "Wirklichkeit" erreicht. Als Vorbild für die Bemalung von Innenwänden dienten Wandmalereifragmente aus der näheren Umgebung. Authentisch nachgebaut sind jedoch die beweglichen Objekte der Ausstattung. Gezeigt wird das römische Leben beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters von vielerlei Berufsgattungen: Vom Landarbeiter bis zum städtischen Beamten und von der Küchenmagd bis zur Hausherrin. Dabei reichen die Bekleidungen von der einfachen Tunika bis zur edlen Toga, von der Tracht der einheimischen Kelten bis zur stadtrömischen Festtagskleidung, vom Schuhwerk bis hin zum Schmuck.
In dieser möglichst wirklichkeitsnahen Umgebung können die Besucher und Zuschauer u. a. folgende Tätigkeiten und Erklärungen mitverfolgen:

Das Entstehen einer Öllampe aus Ton - nach Originalfunden - mit einer Gipsform

Das Weben von Bändern mit Brettchen ohne Benutzung eines Webstuhls (rechts auf dem Bild)
Das Stoffweben auf einem sog. Gewichtswebstuhl.
Die uralte Technik der Filzherstellung(links auf dem Bild)

Wie der Bankier das römische Geld erklärt und zu einigen Münzen eine Geschichte kennt

Wie in der Küche nach überlieferten Rezepten gekocht wird

Die faszinierenden Vergleiche des Architectus über die Baukünste damals und heute

 

Was in einem Kräutergarten angepflanzt wurde.
Das aufwändige Einkleiden der Männer mit der Toga.
Das Erklären von persönlichen Ausrüstungsgegenständen.

 

Bei all diesen Präsentationen achten die Mitglieder der Gruppe darauf, dass möglichst alle störenden Elemente der Gegenwart (Plastiktaschen, Armbanduhren, Brillen, Fotoapparate und Ähnliches) weitestgehend unsichtbar gemacht werden. Die originale lateinische Sprache wird zum Teil spielerisch verwendet. Für die Vermittlung von Informationen an ein Publikum sowie den Kontakt untereinander wird jedoch die Landessprache verwendet.
Die Mitglieder der "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" sind persönlich für ihre Kleider und Ausrüstung verantwortlich. Vieles wird selber hergestellt, spezielle Objekte oft bei befreundeten Handwerkern in Auftrag gegeben. Die gegenseitige Unterstützung geht weit über die eigene Gruppe hinaus. Dazu dienen die sehr guten Kontakte zu ähnlichen zivilen und militärischen Gruppen in verschiedenen Ländern Europas, im Speziellen aus Deutschland.

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Wo ist die Gruppe anzutreffen?

Auf Einladung hin von Römermuseen, Museen für Ur- und Frühgeschichte, Vereinigungen zur Erhaltung und Förderung von Geschichtsdarstellung bereichern die "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" jährlich mehrere Veranstaltungen wie Römertage, Römermärkte, Einweihungsfeiern und Eröffnungen von Sonderausstellungen usw.

Gelegentlich halten Mitglieder der "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" ausserhalb der Gruppendarstellungen je nach eigenem Wissen Vorträge über römische Zivilisation und Geschichte, wobei auch Objekte zum Anfassen und "Be-Greifen" aus dem reichen Fundus präsentiert werden können. Teilweise werden auch Kurse in handwerklichen Tätigkeiten für Kinder und Erwachsene durchgeführt.
Die Gruppe, oder Einzelne davon, war bis jetzt u. a. an folgenden Orten - zum Teil schon mehrmals - bei Veranstaltungen erfolgreich dabei:

- Aalen (D) Römertage beim Limesmuseum
- Augst (CH) Römerfest in der Römerstadt
- Baden (CH) Historisches Museum zur Ausstellung "Mit allen Wassern gewaschen"
- Diessenhofen (CH)
- Frauenfeld (CH) zur Ausstellung "Wild in der Küche"
- Hauterive (CH) zur Einweihung eines nachgebauten römischen Schiffes
- Hechingen-Stein (D) Villa Rustica
- Heerlen (NL) am Thermenfest
- Irgenhausen (CH)
- Kalkriese (D)
- Koengen (D) Stadtfest fürs Kastellmuseum Grinario
- Rom (I)
- Saalburg (D)
- Utrecht (NL) "Die Römer kommen", grösstes europäisches Römertreffen
- Walheim (D) Römermarkt beim Römerhaus
- Xanten (D) Römertage "Schwerter, Brot und Spiele"
- Zug (CH) zur Eröffnung des neuen Museums für Urgeschichte

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Was die Gruppe nicht ist

Die "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" sind keine Unterhaltungsgruppe für gesellige Anlässe, kein "Servierpersonal" und keine lebendige Dekoration.

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Zusammenarbeit mit befreundeten Gruppen

In der Schweiz besteht neben der zivilen Römergruppe "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" die militärische Interessengemeinschaft "VEXILLVM LEG XI CPF", die das Legionslager Vindonissa als ihr Standkastell hat. Oft sind die beiden Gruppen gemeinsam anzutreffen.
Daneben pflegen sie freundschaftliche Kontakte mit kleineren und grösseren Gruppen speziell aus Deutschland.

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Wie finanziert sich die Gruppe?

Für die Mitglieder ist das Mitmachen ein Hobby. Alles was dazu gehört, die definierten Ziele zu erreichen, wird von jedem selber finanziert. Ausser den persönlichen Ausrüstungsgegenständen wie Kleider, Schuhe, Schmuck, Werkzeuge usw. ist auch die Herstellung der eigentlichen Infrastruktur, wie z. B. die Zelte und deren Einrichtung, Eigenleistung. Dies bedeutet, dass dieses Hobby eben Geld, viel Geld kostet. Dazu kommen jeweils auch noch Reise- und Unterkunftskosten zu und in den besuchten Orten. Wenn dies auf Einladung hin geschieht, wird von den Veranstaltern jeweils eine Entschädigung ausgerichtet, die einen Teil der Transportkosten deckt. Mit dem Verkauf von Produkten der Handwerkerinnen und Handwerker an den Festorten gibt es zusätzlich einen kleinen Zustupf.

Uni die gemeinsamen Ziele in Zukunft noch besser verwirklichen zu können, freuen sich die "CIVES RAVRACI et VICANI VINDONISSENSES" über jede finanzielle und/oder materielle Unterstützung.

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Wie ist die Gruppe zu finden?

Kontaktpersonen:
Otto Lukas Hänzi, Hegenheimerstrasse 261
CH-4055 Basel
Tel. 061 382 94 86

Martin Pfändler, Kornfeldstrasse 22
CH-5210 Windisch
Tel. 056 441 78 93

Man findet die Gruppe auch im Internet.

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