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Ein Beispiel von vielen:
Ein römischer Töpferofen wird entdeckt
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Das archäologische Vorgehen im aktuellen Baugrundstück
wurde mit der Bauherrschaft abgestimmt, und im Hochsommer wurden
im Garten zwei Sondierschnitte angelegt. Bereits in der geringen
Tiefe von 40 bis 60 cm unter Grasnarbe wurde ein eingebrachter Lehmhorizont
angegraben, der als Lehmestrich eines Gebäudes interpretiert
werden musste. Die archäologische Ausgrabung wurde noch vor
dem Abbruch des teilweise unterkellerten ehemaligen Bauernhauses
begonnen. Dabei erwies sich eindeutig, dass der Lehmboden von einem
neuzeitlichen Haus stammte. |
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Die Reste des römischen Töpferofens während der
Freilegungsarbeiten: die Bedienungsgrube links im Bild, die Feuerungskammer
rechts im Bild. Schrägansicht aus Süden. |
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Direkt darunter zeichnete sich jedoch ein einplanierter Töpferofen
aus römischer Zeit ab. Es waren nur noch die in den Boden abgetieften
Teile bis zu einer Tiefe von maximal 65 cm vorhanden; die aufgehenden
Teile des Brennraumes und die Decke des Schürkanals waren zerstört.
Der Ofen hatte eine kreisförmige Feuerungskammer von rund 1,4
m Durchmesser und einen gut 0,5 m kurzen Schürkanal gegen Nordwesten.
Die vorgelagerte langovale Beschickungsgrube mass ungefähr
2 m in der Längsachse und 1,6 m in der Breite. Der Brennraum
wies innen entlang dem Rand sechs Züge bzw. sieben verwitterte
Ansätze zu Stützen oder Bögen für die Tenne
auf.Die Auskleidung der Brennraumgrube und auch die Stützelemente
bestanden aus Lehm, in den einzelne grössere Keramikfragmente
eingebaut waren.
1m Brennraum lagen viele verziegelte Lehmbrocken, von denen einige
Rutenabdrücke aufwiesen; dagegen konnte kein eindeutiger Teil
(mit Pfeife) einer Lochtenne festgestellt werden. |
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Bereits im Schürkanal und ganz besonders in der Beschickungsgrube
lag eine grosse Menge Fragmente von grautoniger und orangetoniger
römischer Keramik, die noch nicht inventarisiert oder bestimmt
sind. Sie können grob in die zweite Hälfte des ersten
Jahrhunderts datiert werden.
Mit der Ausgrabung konnte das dazugehörige Gehniveau nicht
direkt erfasst werden. Der Töpferofen lag alleine ohne zeitgleiche
Mitbefunde und beinahe isoliert in der archäologisch untersuchten
oder beobachteten Fläche von fast 300 m2. In einer Entfernung
von 4 m gegen Südosten wurde ein Nordost-Südwest verlaufendes
flaches Gräbchen von 0,5 m Breite und noch 20 cm bis 25 cm
Tiefe festgestellt. Es enthielt die Scherbe eines römischen
Kruges, wies keine besonderen Merkmale auf und liess sich keinem
anderen Befund sicher zuordnen. Eine einzelne Pfostengrube mit einigen
römischen Keramikfragmenten und mit dem Negativ eines kräftigen
Pfostens von 30 cm Durchmesser konnte ebenfalls nicht sicher datiert
und interpretiert werden.
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Die Reste des römischen Töpferofens nach ihrer Freilegung.
Blick aus der Bedienungsgrube (im Vordergrund) über den Schürkanal
in die Feuerungskammer mit dem fast radial angeordneten Zügen.
Schrägaufsicht aus Westen. |
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