Feldarbeiten im Jahr 2002

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Feldarbeiten

Ein Beispiel von vielen:

Ein römischer Töpferofen wird entdeckt

Das archäologische Vorgehen im aktuellen Baugrundstück wurde mit der Bauherrschaft abgestimmt, und im Hochsommer wurden im Garten zwei Sondierschnitte angelegt. Bereits in der geringen Tiefe von 40 bis 60 cm unter Grasnarbe wurde ein eingebrachter Lehmhorizont angegraben, der als Lehmestrich eines Gebäudes interpretiert werden musste. Die archäologische Ausgrabung wurde noch vor dem Abbruch des teilweise unterkellerten ehemaligen Bauernhauses begonnen. Dabei erwies sich eindeutig, dass der Lehmboden von einem neuzeitlichen Haus stammte.

 

Die Reste des römischen Töpferofens während der Freilegungsarbeiten: die Bedienungsgrube links im Bild, die Feuerungskammer rechts im Bild. Schrägansicht aus Süden.

Direkt darunter zeichnete sich jedoch ein einplanierter Töpferofen aus römischer Zeit ab. Es waren nur noch die in den Boden abgetieften Teile bis zu einer Tiefe von maximal 65 cm vorhanden; die aufgehenden Teile des Brennraumes und die Decke des Schürkanals waren zerstört. Der Ofen hatte eine kreisförmige Feuerungskammer von rund 1,4 m Durchmesser und einen gut 0,5 m kurzen Schürkanal gegen Nordwesten. Die vorgelagerte langovale Beschickungsgrube mass ungefähr 2 m in der Längsachse und 1,6 m in der Breite. Der Brennraum wies innen entlang dem Rand sechs Züge bzw. sieben verwitterte Ansätze zu Stützen oder Bögen für die Tenne auf.Die Auskleidung der Brennraumgrube und auch die Stützelemente bestanden aus Lehm, in den einzelne grössere Keramikfragmente eingebaut waren.
1m Brennraum lagen viele verziegelte Lehmbrocken, von denen einige Rutenabdrücke aufwiesen; dagegen konnte kein eindeutiger Teil (mit Pfeife) einer Lochtenne festgestellt werden.

Bereits im Schürkanal und ganz besonders in der Beschickungsgrube lag eine grosse Menge Fragmente von grautoniger und orangetoniger römischer Keramik, die noch nicht inventarisiert oder bestimmt sind. Sie können grob in die zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts datiert werden.
Mit der Ausgrabung konnte das dazugehörige Gehniveau nicht direkt erfasst werden. Der Töpferofen lag alleine ohne zeitgleiche Mitbefunde und beinahe isoliert in der archäologisch untersuchten oder beobachteten Fläche von fast 300 m2. In einer Entfernung von 4 m gegen Südosten wurde ein Nordost-Südwest verlaufendes flaches Gräbchen von 0,5 m Breite und noch 20 cm bis 25 cm Tiefe festgestellt. Es enthielt die Scherbe eines römischen Kruges, wies keine besonderen Merkmale auf und liess sich keinem anderen Befund sicher zuordnen. Eine einzelne Pfostengrube mit einigen römischen Keramikfragmenten und mit dem Negativ eines kräftigen Pfostens von 30 cm Durchmesser konnte ebenfalls nicht sicher datiert und interpretiert werden.

 

Die Reste des römischen Töpferofens nach ihrer Freilegung. Blick aus der Bedienungsgrube (im Vordergrund) über den Schürkanal in die Feuerungskammer mit dem fast radial angeordneten Zügen. Schrägaufsicht aus Westen.

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