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Jahresbericht des Präsidenten 2007/08
Die Eröffnung des renovierten Vindonissa-Museums in Brugg steht kurz bevor. Zur grossen Freude des Vorstandes kann das Museum nach einer längeren Renovationsdauer der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Das äussere Erscheinungsbild hat sich wenig verändert. Farbgebung und Gestaltung haben sich weitgehend am «Original» von Architekt A. Frölich orientiert.
Die enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege war geprägt von einem konstruktiven Dialog und gegenseitigem Verständnis für die unterschiedlichen Ansprüche. Der Wunsch der Baukommission nach einer veränderten Farbgebung an der Aussenfassade konnte durch sachliche Argumente widerlegt werden. Als dekorativer Schmuck wurden die Medaillons mit einer Patina im Bronzeton versehen.
Die Gartenanlage auf der Westseite wurde als freie Wiese gestaltet und bietet nun Platz für Veranstaltungen rund um das Museum oder den Aufenthalt von Besuchern. Auf Nebenbauten konnte verzichtet werden, da im benachbarten Geschäftshaus «Vindonissa» der alte Fahrradkeller angemietet werden konnte, welcher die Bedürfnisse des Museums in optimaler Form erfüllt. Das Lapidarium konnte noch nicht restauriert werden.
Im Laufe der Untersuchungen hat sich gezeigt, dass alle Steinfragmente aus der Wand entfernt werden müssen,
um die langfristige Erhaltung der Inschriften zu sichern.
Die Planung eines zusätzlichen Schutzbaus wurde vorangetrieben. Die Realisierung des gesamten Projekts
überschreitet aber die finanziellen Möglichkeiten des Sanierungsprojekts und muss daher über eine eigene Finanzierung sichergestellt werden. Im Rahmen der Renovation wurden für die spätere Ausgestaltung des Lapidariums verschiedene Vorarbeiten geleistet.
Die beiden Ausstellungsräume blieben in ihrer Gestaltung und Funktion erhalten. Im Kopfbau und dem Untergeschoss wurden die neuen Räumlichkeiten – wie Empfang, Cafeteria, Toiletten und Garderoben – gemäss
dem bewilligten Bauprojekt erstellt. Zusätzlich entstand im Untergeschoss ein neuer Ausstellungsraum, der flexibel auf die zukünftigen Bedürfnisse angepasst werden
kann.
Die grösste Herausforderung stellte der Einbau der neuen Haustechnik dar. Da keine Wände in den Ausstellungsräumen angespitzt werden durften, mussten alle Leitungen sichtbar oder verdeckt in den Vitrinen geführt werden. Unzählige Kabelstränge für die Sicherheitsanlage, die Medien- und die allgemeine Haustechnik wie Licht und Steckdosen mussten im Museum verlegt werden. Ein Schmuckstück stellt die neue Metalltreppe dar,welche sich freitragend vom Untergeschoss bis in die
Cafeteria erstreckt.
Der Vorstand freut sich zusammen mit der Baukommission, dass die Baustelle von Unfällen verschont blieb und
dankt allen beteiligten Handwerkern und Planern für ihre engagierte Mitarbeit.
Die Umsetzung des Projekts «Legionärspfad» beansprucht mehr Zeit als dies durch die Verantwortlichen angenommen wurde. Das Areal von Königsfelden ist im Zusammenhang mit der Realisierung des Campus Fachhochschule Nordwestschweiz, den Psychiatrischen Diensten des Kantons Aargau und den verschiedenen Stationen des «Legionärspfads» massiv unter Druck geraten. Das Nebeneinander der drei Institutionen birgt Chancen und Risiken. Zurzeit wird in der Öffentlichkeit und den internen Gremien eine rege Diskussion über die Zuteilung der Arealfläche geführt. Mitte Jahr wird von der Regierung ein abschliessender Entscheid erwartet. Aus diesem Grund hat sich auch die Konkretisierung der Station «Römische Therme» verzögert. Es wurden keine weiteren Verhandlungen geführt bezüglich einer Eigentumsveräusserung des Schutzbaus, welcher noch immerim Eigentum der GPV steht.
Das Kulturgesetz des Kantons Aargau wird bekanntlich einer Revision unterzogen. Die GPV hat ihre Vernehmlassung abgegeben mit einem Schwerpunkt zur Zusammenarbeit des Kantons und der Gesellschaft bezüglich Finanzierung von Betrieb und Führung des Museums. Die dauernden Auseinandersetzungen sind zermürbend für alle Parteien. Der Vorstand erhofft sich eine klare Regelung unter Einbezug aller Beteiligten.
Zur Optimierung und einer ersten Inventarisierung des Gesellschaftsarchivs hat der Vorstand einen Auftrag an
einen ausgewiesenen Archivar erteilt. Damit werden im neuen Archiv wieder geordnete und professionelle Verhältnisse anzutreffen sein.
Der Vorstand freut sich, die wertvolle und seit langem erwünschte Publikation von Prof. Dr. Rudolf Fellmann
über die Holzfunde von Vindonissa ankündigen zu können. Anlässlich der Jahresversammlung 2008 werden
die Verdienste von Herrn Prof. Fellmann für die GPV und die wissenschaftliche Forschung rund um Vindonissa
gewürdigt werden sowie die Neuerscheinung einem breiten Publikum vorgestellt. Der Vorstand hat sich
entschieden, diese Publikation als Spezialausgabe zum Abschluss der Renovation des Vindonissa-Museums erscheinen zu lassen.
Die notwendigen Tagesgeschäfte der GPV wurden durch den Vorstand an sechs Sitzungen abgehandelt. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand für die geleistete Arbeit und freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.
Regula Frei-Stolba, Lausanne, Vizepräsidentin
Elisabeth Bleuer, Biel, Kantonsarchäologin
Mario Etzensberger, Windisch, Aktuar 1
Kathi Zimmermann, Windisch, Aktuar 2
Urs Widmer, Habsburg, Kassier 1
Ernst Götti, Hausen, Mitglieder, Kassier 2
Daniel Kaech, Brugg, Publikationen/Jahresbericht
Hanspeter Scheiwiler, Gemeindeammann Windisch
Willi Däpp, Brugg, Vertreter Stadt Brugg
Hanspeter Howald, Brugg, Vorstandsmitglied
Darko Milosavljevic, Basel, Vorstandsmitglied
Christian Hirt, Mellingen, Vorstandsmitglied
Walter Tschudin
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