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Jahresbericht des Präsidenten 2010/2011

Gesellschaft

In den letzten Jahren waren die Vereinsaktivitäten und die Arbeit des Vorstands geprägt von Entflechtungsarbeiten der Strukturen zwischen GPV und Kantonsarchäologie, baulichen Massnahmen rund um das Vindonissa-Museum und der Integration der GPV in die Stiftung «Vindonissapark». Im vergangenen Jahr konnten viele dieser Aufgaben abgeschlossen werden. Daher hat der Vorstand Anfang 2011 beschlossen, sich auf drei neue Aufgaben zu konzentrieren. Als erster Punkt sollen die finanziellen Verflechtungen zwischen Gesellschaft, Museum (Bau) und Museumsbetrieb sauber aufgearbeitet und in drei unabhängige Profitcenter überführt werden. Die Finanzierung durch Dritte wird klar zugeordnet und Quersubventionierungen werden ausgeschlossen. Dazu gehört auch die klare Zuweisung der Kompetenzen und der Verantwortung. Dies soll nicht bedeuten, dass in der Vergangenheit unseriös oder gar falsch gearbeitet wurde. Es war aber oft ein Glücksspiel – oder das Können des Kassiers –, dass in der Schlussabrechnung dann alles aufging. Dieses Risiko will der Vorstand in Zukunft ausschliessen. Als zweiter Punkt will der Vorstand die Mietzinsverhandlungen mit dem Kanton Aargau zum Abschluss bringenund einen rechtsgültigen Mietvertrag erwirken. Als letzter Punkt werden die Verhältnisse im Vorstand geklärt. Den Vorstandsmitgliedern fehlen klare Pflichthefte mit Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung. Der Vorstand
hat sich zum Ziel gesetzt, dies bis Ende 2011 aufzuarbeiten und eine saubere Grundlage für nachfolgende Vorstandsgenerationen zu erstellen.

Vindonissa-Museum und «Steingarten»

Rechtzeitig zum Römertag 2011 wurde im Lapidarium die neue Ausstellung fertiggestellt. Dieser Teil war der letzte Mosaikstein des Gesamtwerks Vindonissa-Museum. Die Steinfragmente sind nun richtig konserviert und vor Wind und Wetter geschützt im Seitengang und dem neuen Schutzbau ausgestellt. Mit Abschluss dieser Arbeiten konnte mit dem Kanton Aargau auch der neue Mietvertrag abgeschlossen werden. Nachdem uns die kantonalen Immobilienspezialisten mehrmals aufgezeigt haben, wie sich ein Mietzins errechnet, mussten wir am Schluss mit einer gewissen Ernüchterung zur Kenntnis nehmen, dass von dieser Theorie nur wenig übrig blieb und sich der Mietzins auf die Zahlung der Darlehenszinsen und die Amortisation des Darlehens beschränkt. Rückstellungen für zukünftige bauliche Massnahmen sind bei dieser Miete nicht möglich. Beim laufenden Gebäudeunterhalt könnten grössere Positionen bereits zum Problem werden. Die gemachte Äusserung, dass nicht sichergestellt sei, dass die Gesellschaft bei einer höheren Miete auch wirklich Rückstellungen für spätere Baumassnahmen tätigen werde, war für mich als Präsident und den gesamten Vorstand eine herbe Enttäuschung. Nachdem die GPV sämtliche Eigenmittel in die Renovation gesteckt hat und nach wie vor alle Beteiligten ehrenamtlich arbeiten, ist diese Begründung nicht nachvollziehbar. Die strikte finanzielle Trennung der drei Profitcenter Gesellschaft, Museum (Bau) und Museumsbetrieb ist nun die Folge davon. Der Vorstand nimmt auch diese Herausforderung an und ist überzeugt, dass Lösungen gefunden werden, welche für alle Parteien verträglich sind. Nach der langen und intensiven Bauphase mit vielen Höhepunkten, wird sich das 100-Jahr-Jubiläum des Museums im Jahr 2012 etwas bescheidener geben. Ein würdiger Anlass wird am Wochenende des Römertags 2012 dem Jubiläum aber sicher gerecht werden.

Amphitheater Vindonissa

Die GPV als Verwalterin des Amphitheaters, im Auftrag der Schweizerischen Eidgenossenschaft, darf mit Stolz auf die Wiedereröffnung zurückblicken. Nach der umfassenden Renovation ist es gelungen, auch für den zukünftigen Unterhalt eine dauerhafte Lösung zu finden. Das Baumpflegewerk zeigt seine Wirkung mit der Entstehung eines neuen Pappelringes. Neu wird nun auch ein Parkpflegewerk dafür sorgen, dass die Anlage dauerhaft
durch einen Unternehmer gepflegt werden kann. Die neuen Aufgaben überstiegen die Möglichkeiten des Betreuer-Ehepaars um ein Vielfaches. Ebenso wird das Mauerwerk durch Spezialisten einer jährlichen Kontrolle unterzogen und auftretende Schäden werden umgehend saniert. Erfreulicherweise konnte die Kantonsarchäologie im Zuge der Sanierung auch neue Hinweise zur Baugeschichte des Amphitheaters gewinnen.

Neubauten des Schweizerischen Bauernverbandes

Die Bautätigkeiten rund um das Vindonissa-Museum haben begonnen. Für die Bauplatzinstallation musste ein kleiner Teil des Gartens zur Verfügung gestellt werden. Für den kleinen Töpferofen im Garten wurde durch die Bauherrschaft grosszügig eine Abgeltung angeboten.

Stiftung «Vindonissapark»

Die Aktivitäten der Stiftung «Vindonissapark» sind zurzeit sehr eingeschränkt. Fehlende finanzielle Mittel erlauben keine grösseren Projekte. Die einzelnen Institutionen der Stiftung sind aufgerufen, die Dachmarke «Vindonissapark» angemessen zu integrieren und zu fördern.

Vorstand

Die üblichen Tagesgeschäfte der GPV wurden durch den Vorstand an sechs Sitzungen abgetragen. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen für die geleistete Vorstandsarbeit. Mit Genugtuung schaue ich in die Zukunft, mit der Gewissheit, dass ich mich weiterhin auf meine Crew verlassen kann.

Gewählter Vorstand 2010/2012

Walter Tschudin, Windisch, Präsident
Regula Frei-Stolba, Aarau, Vizepräsidentin
Elisabeth Bleuer, Biel, Kantonsarchäologin
Kathi Zimmermann, Windisch, Aktuarin
Urs Widmer, Habsburg, Kassier 1
Ernst Götti, Hausen, Mitglieder, Kassier 2
Daniel Käch, Brugg, Publikationen/Jahresbericht
Thomas von Graffenried, Bern, Archivar
Hanspeter Scheiwiler, Gemeindeamman Windisch
Willi Däpp, Brugg, Vertreter Stadt Brugg
Darko Milosavljevic, Basel, Vorstandsmitglied

Der Präsident
Walter Tschudin

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